Unsere heutigen Gesellschaften erscheinen vielen komplex und unberechenbar. Viele haben den Eindruck, kaum auf den gesellschaftlichen Wandel einwirken zu können. Wahlbeteiligungen etwa nehmen ab. Zugleich nimmt die Bereitschaft zum Engagement, zum Ehrenamt stetig zu.

Vieles spricht dafür, dass neues Denken und neue Ansätze zum Handeln gefordert sind, um das gesellschaftliche Zusammenleben auf einer tragfähigen Basis zu sichern und weiterzuentwickeln. Hierzu bedarf es der offenen Diskussion und des Engagements nicht nur vieler einzelner Menschen, sondern auch von Institutionen, die mithelfen, soziale Phantasie in konkreten Projekten zu entwickeln und praktisch zu entfalten.

Die BHF-BANK-Stiftung wurde gegründet in der Überzeugung, dass es in der heutigen gesellschaftlichen Situation Felder geben muss, in denen Neues erprobt und kreatives Potenzial erschlossen werden kann – im sozialen Bereich, in der Humanwissenschaft und den Künsten. Von solchen Experimentierfeldern lebt die Demokratie.

In diesem Sinn widmen sich die Wissenschaftsprojekte der BHF-BANK-Stiftung der Gestaltung der Lebensbedingungen alter Menschen. Ihre Grundlage waren seit 2003 Stiftungsprofessuren, ab 2014 widmet sich ein interdisziplinärer Forschungsverbund Fragen des Alterns. Die Sozialprojekte konzentrieren sich auf die frühkindliche Bildung. Sie fördern unter anderem eine gelingende Eltern-Kind-Bindung und erproben – vor dem Hintergrund der Prävention von Kindesmissbrauch – die ganzheitliche Betreuung von Alleinerziehenden in schwierigen Lebenslagen.

Beispielhaft für die Kulturprojekte ist das interdisziplinäre Uraufführungsfestival „Frankfurter Positionen“, das in zweijährigem Turnus stattfindet. In Zusammenarbeit mit bedeutenden Kulturinstitutionen in Frankfurt am Main präsentiert es neue Werke internationaler Künstlerinnen und Künstlern zu Themen unserer Zeit und lädt renommierte Wissenschaftler zu Vorträgen nach Frankfurt am Main ein. Eng mit diesem Ansatz verknüpft ist der Jugendperformance-Wettbewerb „unart“, bei dem Jugendliche die Chance erhalten, mit zeitgenössischen Ausdrucksformen zu experimentieren und eigene Projekte zu Themen aus ihrer Lebenswelt als Performance auf die Bühne vier großer deutscher Theater zu bringen.